Elterngeld sichert Familien nach der Geburt finanziell ab. Doch zwischen Basiselterngeld, ElterngeldPlus und Partnerschaftsbonus verliert man schnell den Überblick. Der Elterngeld-Rechner zeigt in Sekunden, wie viel dir zusteht — und welche Variante sich für dich am meisten lohnt.

Wie wird Elterngeld berechnet?

Die Berechnung folgt dem Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetz (BEEG). Grundlage ist das durchschnittliche Nettoeinkommen der letzten 12 Monate vor der Geburt.

Nettoeinkommen Ersatzrate Beispiel
Unter 300 EUR100 %250 EUR → 300 EUR (Minimum)
300 – 1.239 EUR67 %1.200 EUR → 804 EUR
Ab 1.240 EUR65 %2.500 EUR → 1.625 EUR

Das Minimum beträgt 300 EUR (Basis) bzw. 150 EUR (Plus). Das Maximum liegt bei 1.800 EUR (Basis) bzw. 900 EUR (Plus).

Basiselterngeld vs. ElterngeldPlus

Basiselterngeld wird für maximal 14 Monate gezahlt (12 + 2 Partnermonate). ElterngeldPlus läuft doppelt so lang — 24 (+4) Monate — bei halbem monatlichem Betrag.

Variante Monatlich Bezugsdauer Gesamt (bei 2.500 EUR netto)
Basiselterngeld1.625 EUR12 Monate19.500 EUR
ElterngeldPlus812,50 EUR24 Monate19.500 EUR

Finanziell kommt bei gleicher Bezugsdauer das Gleiche heraus. Der Vorteil von ElterngeldPlus: Es lässt sich mit Teilzeitarbeit kombinieren, ohne dass der Anspruch erlischt.

Geschwisterbonus und Mehrlingsbonus

Familien mit mehreren Kindern profitieren zusätzlich:

  • Geschwisterbonus: +10 % auf das Elterngeld, mindestens +75 EUR (Basis) bzw. +37,50 EUR (Plus). Voraussetzung: Ein weiteres Kind unter 3 Jahren oder zwei Kinder unter 6 Jahren im Haushalt.
  • Mehrlingsbonus: +300 EUR pro Monat für jedes weitere Kind bei Mehrlingsgeburten (Zwillinge, Drillinge etc.).
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Rechenbeispiel: 2.500 EUR netto, Basiselterngeld

Position Betrag
Nettoeinkommen vor Geburt2.500 EUR
Ersatzrate65 %
Monatliches Elterngeld1.625 EUR
Bezugsdauer12 Monate
Elterngeld gesamt19.500 EUR

Teilzeit während Elternzeit

Wer in Teilzeit arbeitet, erhält Elterngeld auf die Differenz zwischen altem und neuem Nettoeinkommen. Beispiel: 2.500 EUR vorher, 500 EUR Teilzeit → Bemessungsgrundlage 2.000 EUR → 65 % = 1.300 EUR Elterngeld.

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Gib Nettoeinkommen, Variante, Teilzeit-Einkommen und Boni ein — und sieh sofort, wie viel Elterngeld dir zusteht.

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Optimierungsstrategien

1. Partnermonate nutzen

Beide Elternteile sollten mindestens 2 Monate Elterngeld beziehen. Sonst verfallen die 2 zusätzlichen Partnermonate. Bei ungleichem Einkommen lohnt sich die Aufteilung: Der Besserverdienende bezieht Basis, der Geringverdienende Plus mit Teilzeit.

2. ElterngeldPlus mit Teilzeit kombinieren

Wer 25–30 Stunden pro Woche in Teilzeit arbeitet, erhält ElterngeldPlus und Gehalt gleichzeitig. Das Gesamteinkommen kann höher sein als mit reinem Basiselterngeld.

3. Steuerklasse rechtzeitig wechseln

Das Elterngeld basiert auf dem Nettoeinkommen. Ein Wechsel in die günstigere Steuerklasse III (bei Verheirateten) mindestens 7 Monate vor Beginn des Mutterschutzes erhöht das Netto — und damit das Elterngeld.

4. Fristen beachten

Elterngeld muss innerhalb von 3 Monaten nach Geburt beantragt werden. Rückwirkend wird nur für 3 Lebensmonate gezahlt. Später beantragen bedeutet weniger Geld.

Häufige Fehler

  • Zu spät beantragen: Wer nach dem 3. Lebensmonat beantragt, verliert Geld für die ersten Monate.
  • Partnermonate ignorieren: 2 Monate Elterngeld verfallen, wenn nur ein Elternteil bezieht.
  • Steuerklassenwechsel vergessen: Der Wechsel muss rechtzeitig erfolgen und 7 Monate bestehen bleiben.
  • Teilzeit falsch planen: Mehr als 32 Stunden pro Woche führen zum Verlust des Elterngeldanspruchs.

Fazit

Elterngeld ist keine Einheitsleistung. Mit der richtigen Kombination aus Basiselterngeld, ElterngeldPlus, Teilzeit und Partnertmonaten lassen sich mehrere tausend Euro mehr herausholen. Der erste Schritt: Wissen, wie viel dir zusteht.

Elterngeld planen heißt Familieneinkommen optimieren. Je früher du rechnest, desto mehr Spielraum hast du.

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