Die Risikolebensversicherung ist die wichtigste Police für alle, die wirtschaftlich für andere Verantwortung tragen — Eltern, Hauptverdiener, Kreditnehmer. Sie zahlt eine vereinbarte Versicherungssumme an die Hinterbliebenen, wenn die versicherte Person stirbt. Unser Lebensversicherung-Rechner zeigt in Sekunden den Beitrag.

Warum überhaupt eine Risikolebensversicherung?

Stirbt der Hauptverdiener einer Familie unerwartet, brechen Einkommen, Kreditrate und Altersvorsorge gleichzeitig weg. Die gesetzliche Witwen-/Witwerrente beträgt nur 55 % der Rente, die der Verstorbene erhalten hätte — bei jungen Familien deckt das oft nicht einmal die Hälfte der Lebenshaltungskosten. Eine Risikolebensversicherung mit 300.000 – 500.000 € schließt diese Lücke für 10 – 15 Jahre.

Was bestimmt den Beitrag?

Fünf Stellschrauben:

  • Alter — entscheidender Faktor. Beiträge verdoppeln sich grob alle 8 – 10 Jahre.
  • Versicherungssumme — proportionaler Einfluss. 500.000 € kosten ungefähr doppelt so viel wie 250.000 €.
  • Laufzeit — längere Laufzeit = höherer Beitrag (kumulierte Sterbewahrscheinlichkeit).
  • Raucher-Status — Raucher zahlen 70 – 100 % mehr. Achtung: ehrliche Antwort bei Antragstellung ist Pflicht (§ 19 VVG).
  • Tarif — konstante Summe, fallende Summe oder Premium-Tarif.

Wie hoch sollte die Versicherungssumme sein?

Drei Richtwerte:

  • Familienschutz — 3 – 5× Bruttojahresgehalt. Bei 50.000 € brutto also 150.000 – 250.000 €.
  • Kreditabsicherung — vollständige Restschuld plus Bewirtschaftungspuffer. Bei 300.000 € Immobilienkredit also 350.000 €.
  • Hinterbliebenenschutz für Kinder — 100.000 € pro Kind + laufende Lebenshaltungskosten der Familie bis Ende des Studiums.

Rechenbeispiel: Familie, 35 Jahre, 250.000 €

  • Alter: 35 (Nichtraucher)
  • Versicherungssumme: 250.000 €
  • Laufzeit: 20 Jahre
  • Tarif: konstante Summe
  • Jahresbeitrag: ca. 325 €, Monatsbeitrag ca. 27 €
  • Erwartete Überschussbeteiligung: ca. 49 €/Jahr → effektiv ca. 276 €/Jahr

Als Raucher zahlst du beim gleichen Profil etwa 50 € pro Monat — fast doppelt so viel.

Konstante vs. fallende Versicherungssumme

Die konstante Summe bleibt über die gesamte Laufzeit gleich — ideal für Familienschutz, weil der finanzielle Bedarf der Hinterbliebenen nur langsam abnimmt. Die fallende Summe orientiert sich am Tilgungsverlauf eines Kredits — günstig (ca. 30 – 40 % weniger), aber nur sinnvoll, wenn ausschließlich die Restschuld eines Kredits abgesichert werden soll.

Kreuzweise Police bei verheirateten Paaren

Zwei separate Policen, in denen jeder Ehepartner den anderen versichert, sind steuerlich vorteilhaft: Die Versicherungssumme fließt direkt an den überlebenden Partner und nicht in den Nachlass — keine Erbschaftsteuer, kein Pflichtteil. Standard-Empfehlung der Stiftung Warentest und der Verbraucherzentralen.

Risikolebensversicherung vs. Kapitallebensversicherung

Die klassische Kapitallebensversicherung kombiniert Todesfall-Schutz mit Sparkomponente — und ist seit dem Niedrigzinsumfeld kaum noch empfehlenswert. Bessere Trennung: Risikolebensversicherung für den Todesfallschutz + ETF-Sparplan für die Altersvorsorge. Stiftung Warentest 2024: "Kapitallebensversicherung lohnt sich für Neukunden in der Regel nicht."

Gesundheitsfragen — was du wissen solltest

Vor Antragsannahme stellt der Versicherer Gesundheitsfragen zu Vorerkrankungen, BMI, Hobbys, Beruf. Wichtig:

  • Ehrlich antworten — vorvertragliche Anzeigepflicht nach § 19 VVG. Falsche Angaben können den Versicherungsschutz nachträglich aufheben.
  • Bei chronischen Krankheiten Risiko-Voranfrage (anonym) bei mehreren Anbietern stellen — vermeidet Ablehnungen in der Suva-Liste.
  • Hobbys wie Tauchen, Klettern, Motorsport können Risikozuschläge verursachen.

Überschussbeteiligung — was steckt dahinter?

Versicherer kalkulieren konservativ. Treten weniger Leistungsfälle ein als kalkuliert oder erwirtschaften die Kapitalanlagen mehr als die Garantieverzinsung, fließt ein Teil der Beiträge als Überschuss zurück. Typisch 10 – 20 % des Bruttobeitrags. Aber: Die Überschussbeteiligung ist nicht garantiert. Bei Vergleich immer den Bruttobeitrag betrachten.

Wann lohnt sich der Abschluss?

  • Geburt eines Kindes — der wichtigste Auslöser.
  • Hauskauf mit Kredit — Restschuld absichern, oft Pflicht der Bank.
  • Heirat / Lebenspartnerschaft, wenn ein Partner deutlich mehr verdient.
  • Selbstständigkeit — keine gesetzliche Hinterbliebenenversorgung.

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Häufige Fragen (FAQ)

Was zahlt die Risikolebensversicherung nicht?

Selbstmord innerhalb der ersten drei Versicherungsjahre (§ 161 VVG), Tod durch grobe Fahrlässigkeit oder kriminelle Handlung. Bei Tod durch Kriegseinwirkungen oder Kernenergie sind Leistungen oft ausgeschlossen.

Kann ich die Versicherung kündigen?

Jederzeit zum Ende eines Versicherungsjahres mit 1 – 3 Monaten Frist. Bei vorzeitiger Kündigung: kein Rückkaufswert (im Gegensatz zur Kapitallebensversicherung). Beiträge sind verloren — die Police ist reiner Risikoschutz.

Wer ist Begünstigter?

Frei wählbar: Ehepartner, Kinder, Lebenspartner. Wichtig: ausdrücklich im Antrag benennen — sonst fließt die Summe in den Nachlass (Pflichtteil + Erbschaftsteuer fallen an).

Können sich Hochrisiko-Berufe versichern?

Ja, aber mit Zuschlag. Berufe wie Dachdecker, Polizist oder Pilot kosten 20 – 50 % mehr. Im Zweifel mehrere anonyme Risiko-Voranfragen stellen.

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