Wie wahrscheinlich ist es, dass dein Geld im Ruhestand reicht? Eine einzelne Rendite-Prognose kann diese Frage nicht beantworten — die Zukunft ist unsicher. Die Monte-Carlo-Simulation rechnet tausende mögliche Szenarien durch und zeigt dir, mit welcher Wahrscheinlichkeit dein Plan aufgeht. Mit dem kostenlosen Monte-Carlo-Rechner kannst du deine eigene Entnahmestrategie sofort testen.

Was ist eine Monte-Carlo-Simulation?

Die Monte-Carlo-Simulation ist ein mathematisches Verfahren, das Zufallszahlen nutzt, um unsichere Ergebnisse zu modellieren. Statt einer einzigen Prognose erzeugt sie tausende zufällige Szenarien — jedes mit einer eigenen Abfolge von Renditen, Crashs und Erholungen.

Der Name stammt vom Casino in Monte Carlo: Wie beim Roulette basiert die Methode auf dem Zufall. Im Finanzbereich simuliert sie zufällige Marktverläufe, die den historischen Schwankungen realer Märkte entsprechen.

Einfach erklärt

Stell dir vor, du wirfst 10.000 Mal eine Münze, um zu entscheiden, ob der Markt in einem Jahr steigt oder fällt. Jeder Wurf ergibt einen anderen Verlauf deines Vermögens. Am Ende zählst du: In wie vielen Fällen reicht das Geld — und in wie vielen nicht?

Warum reicht eine einfache Rendite-Prognose nicht?

Viele Finanzrechner arbeiten mit einer festen Rendite: „7 % pro Jahr über 30 Jahre". Das Problem: In der Realität schwankt die Rendite stark. Der MSCI World lieferte in den letzten 50 Jahren zwischen −40 % und +30 % pro Jahr. Die Reihenfolge der Renditen entscheidet, ob dein Geld reicht — nicht nur der Durchschnitt.

Das Sequence-of-Returns-Risiko

Zwei Anleger mit identischem Durchschnittsertrag von 7 % können komplett unterschiedliche Ergebnisse erzielen:

Szenario Renditefolge (vereinfacht) Endwert bei 4 % Entnahme
Gute Jahre zuerst+20 %, +15 %, +10 %, −5 %, −10 %Geld reicht 30+ Jahre
Schlechte Jahre zuerst−10 %, −5 %, +10 %, +15 %, +20 %Geld reicht nur 22 Jahre

Beide haben den gleichen Durchschnitt. Aber wer in den ersten Jahren einen Crash erlebt und gleichzeitig Geld entnimmt, verliert überproportional viel Kapital. Die Monte-Carlo-Simulation bildet genau dieses Risiko ab.

Dein Szenario testen

Startkapital, monatliche Entnahme und Anlagehorizont eingeben — der Rechner zeigt die Erfolgswahrscheinlichkeit.

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Wie funktioniert die Monte-Carlo-Simulation bei der Geldanlage?

Der Ablauf in fünf Schritten:

  1. Parameter festlegen: Startkapital, erwartete Rendite, Volatilität (Schwankung), Anlagezeitraum, monatliche Entnahme.
  2. Zufällige Renditen erzeugen: Für jedes Jahr wird eine zufällige Rendite aus einer Normalverteilung gezogen — basierend auf der erwarteten Rendite und Volatilität.
  3. Vermögensverlauf berechnen: Jahr für Jahr wird das Vermögen fortgeschrieben: Rendite addieren, Entnahme abziehen.
  4. Tausende Durchläufe: Die Schritte 2–3 werden 10.000 Mal wiederholt. Jeder Durchlauf ergibt einen anderen Vermögensverlauf.
  5. Ergebnis auswerten: Wie viele Durchläufe enden mit positivem Vermögen? Das ist die Erfolgswahrscheinlichkeit.

Beispiel: 500.000 € Startkapital, 1.500 € monatliche Entnahme

Erwartete Rendite: 7 % · Volatilität: 15 % · Zeitraum: 30 Jahre

Ergebnis: In 87 % der Simulationen reicht das Geld. In 13 % ist es vorzeitig aufgebraucht.

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Monte-Carlo-Simulation für die Altersvorsorge

Die häufigste Anwendung: Reicht mein Vermögen im Ruhestand? Die klassische 4%-Regel sagt: Wer jährlich 4 % seines Startkapitals entnimmt, hat eine hohe Chance, 30 Jahre zu überbrücken. Aber „hohe Chance" ist keine Garantie.

Die Monte-Carlo-Simulation zeigt die exakte Wahrscheinlichkeit:

Entnahmerate Erfolgswahrscheinlichkeit (30 Jahre) Bewertung
3,0 %98 %Sehr sicher
3,5 %95 %Konservativ
4,0 %87 %Klassisch (Trinity Study)
4,5 %76 %Riskant
5,0 %62 %Gefährlich

Die Tabelle zeigt: Schon ein halber Prozentpunkt mehr Entnahme senkt die Erfolgswahrscheinlichkeit deutlich. Mit dem FIRE-Rechner lässt sich die benötigte FIRE-Zahl ermitteln, bevor du die Entnahmestrategie per Monte-Carlo-Simulation testest.

Monte-Carlo-Simulation für ETF-Sparpläne

Auch in der Ansparphase ist die Monte-Carlo-Simulation nützlich. Statt „mit 7 % Rendite hast du in 20 Jahren 100.000 €" zeigt sie eine Bandbreite:

Beispiel: 300 € monatlich, 20 Jahre, MSCI World

Pessimistisch (10. Perzentil): 95.000 €

Median (50. Perzentil): 145.000 €

Optimistisch (90. Perzentil): 220.000 €

Die Bandbreite zeigt: Dein Ergebnis hängt stark vom Marktverlauf ab. Wer die Schwankung kennt, plant besser. Mit dem Sparplanrechner berechnest du den erwarteten Durchschnittswert, mit der Monte-Carlo-Simulation die realistische Bandbreite.

Grenzen der Monte-Carlo-Simulation

Die Methode ist mächtig, hat aber Grenzen:

  • Normalverteilung unterschätzt Extremereignisse: Die Simulation nimmt oft eine Normalverteilung an. Echte Märkte haben „Fat Tails" — extreme Crashs wie 2008 treten häufiger auf als die Normalverteilung vorhersagt.
  • Vergangenheit ≠ Zukunft: Die Parameter (Rendite, Volatilität) basieren auf historischen Daten. Strukturelle Änderungen (demografischer Wandel, Klimakrise) sind nicht abgebildet.
  • Inflation ist variabel: Viele Simulationen rechnen mit konstanter Inflation. In der Realität schwankt sie stark — das beeinflusst den Entnahmebedarf.
  • Verhaltensrisiko fehlt: Die Simulation kann nicht abbilden, dass Anleger in Panikphasen verkaufen oder ihre Strategie ändern.

Trotz dieser Grenzen ist die Monte-Carlo-Simulation das beste verfügbare Werkzeug, um die Unsicherheit von Finanzplänen zu quantifizieren. Sie ersetzt keine Glaskugel — aber sie zeigt, wie robust dein Plan bei unterschiedlichen Marktverläufen ist.

Tipps für bessere Simulationsergebnisse

1. Konservative Parameter wählen

Setze die erwartete Rendite eher bei 5–6 % als bei 8–9 % an. Wer pessimistisch plant und optimistisch überrascht wird, steht besser da als umgekehrt.

2. Volatilität nicht unterschätzen

Der MSCI World hat eine historische Volatilität von ca. 15 %. Wer nur 10 % ansetzt, unterschätzt das Risiko.

3. Puffer einplanen

Wenn die Simulation 90 % Erfolgswahrscheinlichkeit zeigt, ist das kein Freifahrtschein. Ein Puffer von 10–20 % beim Startkapital erhöht die Sicherheit deutlich.

4. Regelmäßig neu simulieren

Marktbedingungen ändern sich. Führe die Simulation jährlich mit aktualisierten Werten durch.

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Startkapital, Entnahme, Rendite und Volatilität eingeben — der Rechner zeigt Erfolgswahrscheinlichkeit und Vermögensverlauf.

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Fazit

Die Monte-Carlo-Simulation ersetzt die gefährliche Gewissheit einer festen Rendite-Prognose durch ehrliche Wahrscheinlichkeiten. Sie zeigt nicht, was passieren wird — sondern was passieren kann. Wer seine Altersvorsorge oder Entnahmestrategie damit testet, trifft fundierte Entscheidungen statt auf Hoffnung zu bauen.

Der schnellste Weg: Startkapital und monatliche Entnahme eingeben und die Erfolgswahrscheinlichkeit ablesen.

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