Die gesetzliche Rente reicht für die meisten Menschen nicht aus, um den Lebensstandard im Alter zu halten. Die Riester-Rente ist eine staatlich geförderte Möglichkeit, privat vorzusorgen — mit direkten Zulagen und Steuervorteilen. Doch wie viel bekommst du wirklich? Dieser Artikel rechnet es durch.

Was ist die Riester-Rente?

Die Riester-Rente ist ein staatlich geförderter Altersvorsorgevertrag, der 2001 eingeführt wurde. Der Staat bezuschusst deine Einzahlungen direkt mit Zulagen und ermöglicht einen Sonderausgabenabzug in der Steuererklärung.

Berechtigt sind vor allem:

  • Arbeitnehmer, die in der gesetzlichen Rentenversicherung pflichtversichert sind
  • Beamte und Richter
  • Empfänger von ALG I oder Elterngeld
  • Ehepartner von Berechtigten (mittelbar berechtigt)

Wichtig: Anbieter-Vergleich lohnt sich

Riester-Produkte unterscheiden sich stark in Kosten und Rendite. Vergleiche mehrere Anbieter und achte auf Abschluss- und Verwaltungskosten, bevor du unterschreibst.

Die Riester-Zulagen 2026

Der Staat zahlt dir direkt Geld auf dein Riester-Konto — ohne dass du es versteuerst. Es gibt zwei Zulagen:

Grundzulage: 175 € pro Jahr

Die Grundzulage beträgt seit 2018 175 € jährlich. Sie fließt automatisch auf deinen Riester-Vertrag, sobald du den Mindesteigenbeitrag leistest.

Kinderzulage: 185 € oder 300 € pro Kind und Jahr

Für jedes kindergeldberechtigte Kind gibt es eine zusätzliche Kinderzulage:

Geburtsjahr des Kindes Kinderzulage pro Jahr
Vor 2008 185 €
Ab 2008 300 €

Eine Familie mit zwei Kindern (geboren 2012 und 2018) erhält also: 175 € + 300 € + 300 € = 775 € jährlich vom Staat — ohne eigene Leistung über den Mindesteigenbeitrag hinaus.

Mindesteigenbeitrag: Was musst du selbst zahlen?

Um die volle Zulage zu erhalten, musst du einen Mindesteigenbeitrag leisten. Dieser berechnet sich so:

Formel Mindesteigenbeitrag

4 % des Vorjahres-Bruttoeinkommens − Zulagen = Mindesteigenbeitrag

Mindestens: 60 € pro Jahr (Sockelbetrag)

Beispiel: Bruttoeinkommen 40.000 €, 1 Kind (geb. 2015):

  • 4 % von 40.000 € = 1.600 €
  • Minus Grundzulage 175 € und Kinderzulage 300 € = 475 €
  • Mindesteigenbeitrag = 1.125 €/Jahr (= 93,75 €/Monat)

Zahlst du weniger, werden die Zulagen anteilig gekürzt.

Sonderausgabenabzug: Steuervorteil prüfen

Zusätzlich zu den Zulagen kannst du den Gesamtbeitrag (eigene Einzahlungen + Zulagen) als Sonderausgaben in der Steuererklärung geltend machen — bis zu 2.100 € jährlich.

Das Finanzamt prüft automatisch, ob der Steuervorteil über dem Zulagenvorteil liegt (Günstigerprüfung). Nur wenn das der Fall ist, wird der Steuervorteil gewährt — die Zulagen bleiben aber immer. Für Gutverdiener ohne Kinder kann dieser Steuereffekt erheblich sein.

Beispiel: Jahresbeitrag 1.500 € + 175 € Grundzulage = 1.675 € abzugsfähig. Bei einem Grenzsteuersatz von 35 % = 586 € Steuererstattung, wovon 175 € Zulage abgezogen werden → effektiv 411 € zusätzlicher Steuervorteil.

Riester-Rente berechnen: So geht es

Mit unserem kostenlosen Riester-Renten-Rechner berechnest du in Sekunden:

  • Deine Grundzulage und Kinderzulage
  • Den Mindesteigenbeitrag für die volle Förderung
  • Den abzugsfähigen Gesamtbeitrag (max. 2.100 €)
  • Das prognostizierte Rentenkapital bis zum 67. Lebensjahr
  • Die monatliche Rente bei 20 Jahren Auszahlungsdauer

Jetzt Riester-Förderung berechnen

Zum Riester-Renten-Rechner →

Riester vs. andere Altersvorsorgeformen

Die Riester-Rente lohnt sich besonders für:

  • Familien mit Kindern — die Kinderzulage ist ein direkter Zuschuss
  • Geringverdiener — hohe Förderquote bei niedrigem Eigenbeitrag
  • Beamte — volle Berechtigung, keine gesetzliche Rente als Alternative

Für Selbstständige, Gutverdiener ohne Kinder oder Menschen mit hoher Risikobereitschaft können ETF-Sparpläne oder die Rürup-Rente attraktiver sein.

Rentenlücke schließen

Wie groß ist deine persönliche Rentenlücke überhaupt? Unser Rentenlückenrechner zeigt dir, wie viel Kapital du benötigst und wie viel du monatlich sparen musst, um im Alter deinen Lebensstandard zu halten.

Wer frühzeitig mit der Altersvorsorge beginnt, profitiert vom Zinseszinseffekt. Der FIRE-Rechner hilft dabei, ein konkretes Sparziel und den Weg zur finanziellen Unabhängigkeit zu planen.

Eltern sollten außerdem prüfen, ob und wie lange sie Elterngeld beziehen — denn während des Elterngeldbezugs bleiben Riester-Zulagen weiterhin bestehen.

Häufige Fragen zur Riester-Rente

Wann lohnt sich die Riester-Rente?

Immer dann, wenn du pflichtversichert bist und Kinder hast. Auch für Geringverdiener ist die Förderquote sehr hoch: Bei niedrigem Einkommen ist der Mindesteigenbeitrag nur 60 €/Jahr — dafür bekommst du 175 € Grundzulage plus Kinderzulagen.

Was passiert, wenn ich den Vertrag kündige?

Bei Kündigung musst du alle staatlichen Förderungen zurückzahlen. Besser: Vertrag beitragsfrei stellen und das angesparte Kapital bis zur Rente stehen lassen.

Ist die Riester-Rente im Alter steuerpflichtig?

Ja. Die Auszahlungen sind voll steuerpflichtig. Da der Steuersatz im Rentenalter in der Regel niedriger ist als während des Berufslebens, ist das meist trotzdem ein Vorteil gegenüber versteuerten Einzahlungen.

Kann ich meinen Riester-Vertrag übertragen?

Ja. Ein Anbieterwechsel ist möglich. Dabei wird das angesparte Kapital auf den neuen Anbieter übertragen — inklusive aller Zulagen. Es können Übertragungskosten anfallen.