Die Rürup-Rente (offiziell: Basisrente) ist die einzige staatlich geförderte Altersvorsorge, die auch Selbstständigen und Freiberuflern offensteht. Mit einem Steuerabzug von bis zu 27.566 € (Singles) bzw. 55.132 € (Verheiratete) ist sie für Gutverdiener besonders attraktiv. Doch was bleibt nach nachgelagerter Besteuerung wirklich übrig?

Was ist die Rürup-Rente?

Die Rürup-Rente (Basis-Rente nach § 10 EStG) ist ein staatlich geförderter, privater Altersvorsorgevertrag. Sie wurde 2005 eingeführt, um Selbstständigen eine Alternative zur gesetzlichen Rentenversicherung zu bieten. Heute ist sie auch für Arbeitnehmer zugänglich.

Im Gegensatz zur Riester-Rente gibt es keine direkten Zulagen — der Vorteil entsteht ausschließlich durch den Steuerabzug der Beiträge:

  • Beiträge sind als Sonderausgaben abzugsfähig (§ 10 Abs. 1 Nr. 2 EStG)
  • Abzugsfähiger Höchstbetrag 2026: 27.566 € (Single), 55.132 € (Verheiratete)
  • Abzugsfähigkeit: 100 % ab 2025
  • Auszahlungen: lebenslang, frühestens ab 62 Jahren (Verträge ab 2012)

Wer profitiert am meisten?

Gutverdiener mit hohem Grenzsteuersatz (42 % oder 45 %) erzielen die größte Steuerersparnis. Selbstständige ohne gesetzliche Rentenversicherung nutzen die Rürup-Rente häufig als Hauptvorsorgevehikel.

Steuerersparnis in der Ansparphase

Die Steuerersparnis entsteht dadurch, dass deine Beiträge dein zu versteuerndes Einkommen mindern. Bei einem Grenzsteuersatz von 42 % und einem Jahresbeitrag von 10.000 € sparst du:

Formel Steuerersparnis

Steuerersparnis = abzugsfähiger Beitrag × Grenzsteuersatz

Beispiel: 10.000 € × 42 % = 4.200 € pro Jahr

Beispiel über 30 Jahre:

  • Beitrag: 500 €/Monat = 6.000 €/Jahr
  • Steuerersparnis: 6.000 € × 42 % = 2.520 €/Jahr
  • Steuerersparnis gesamt: 2.520 € × 30 Jahre = 75.600 €
Jahresbeitrag Grenzsteuersatz Steuerersparnis/Jahr Steuerersparnis 30 J.
3.600 € 35 % 1.260 € 37.800 €
6.000 € 42 % 2.520 € 75.600 €
27.566 € 45 % 12.405 € 372.150 €

Kapitalaufbau: So wächst dein Rürup-Kapital

Das eingezahlte Kapital wächst je nach gewählter Anlageform. Bei einer fondsgebundenen Rürup-Rente mit 5 % Rendite und 32 Jahren Laufzeit ergibt sich:

Beispielrechnung

300 €/Monat, Alter 35 → 67, 5 % p.a. Rendite:

Kapital bei Renteneintritt ≈ 271.000 €

Monatliche Bruttorente (20 Jahre): ≈ 1.129 €/Monat

Nachgelagerte Besteuerung: Was bleibt netto?

Rürup-Renten werden nachgelagert besteuert: Beiträge sind steuerfrei, Auszahlungen dafür steuerpflichtig. Der steuerpflichtige Anteil der Rente steigt schrittweise:

Rentenbeginn Steuerpflichtiger Anteil
2026 83 %
2030 87 %
2040 100 %

Beispiel nachgelagerte Besteuerung (Rentenbeginn 2026):

  • Bruttomonatsrente: 1.129 €
  • Steuerpflichtiger Anteil: 83 % = 937 €/Monat = 11.244 €/Jahr
  • Steuer bei 20 % Grenzsteuersatz im Alter: 11.244 € × 20 % = 2.249 €/Jahr
  • Nettorente: (1.129 × 12 − 2.249) / 12 = 942 €/Monat

Solange der Grenzsteuersatz im Alter deutlich unter dem Arbeitsleben-Grenzsteuersatz liegt, ergibt sich ein positiver Steuereffekt.

Rürup vs. Ohne Rürup: Direkter Vergleich

Was passiert, wenn du denselben Betrag statt in eine Rürup-Rente direkt in einen ETF-Sparplan investierst?

  • Ohne Rürup: Kapitalgewinne unterliegen der Abgeltungssteuer (25 % + 5,5 % Soli = 26,375 % effektiv)
  • Mit Rürup: Keine laufende Besteuerung der Gewinne — aber Rente voll steuerpflichtig

Fazit: Wann lohnt sich Rürup?

Rürup lohnt sich, wenn dein Grenzsteuersatz jetzt deutlich höher ist als im Rentenalter. Bei 42 % jetzt und 20 % im Alter ist der Steuervorteil erheblich. Bei niedrigem Grenzsteuersatz ist ein direktes ETF-Investment oft vergleichbar oder besser.

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Häufige Fragen zur Rürup-Rente

Für wen lohnt sich die Rürup-Rente?

Vor allem für Selbstständige und Freiberufler ohne gesetzliche Rentenversicherung sowie für Gutverdiener mit hohem Grenzsteuersatz. Je höher der Grenzsteuersatz jetzt im Vergleich zum Rentenalter, desto attraktiver.

Kann ich aus der Rürup-Rente aussteigen?

Nicht vollständig. Du kannst den Vertrag beitragsfrei stellen, aber nicht kündigen und das Kapital auszahlen lassen — anders als bei einem ETF-Depot. Das Kapital ist gebunden bis zum Rentenalter.

Gilt der Steuerabzug nur für Selbstständige?

Nein. Auch Arbeitnehmer können Rürup-Beiträge absetzen. Allerdings konkurriert der Rürup-Höchstbetrag (27.566 €) mit den Beiträgen zur gesetzlichen Rentenversicherung — Arbeitnehmer haben daher oft weniger Spielraum.

Wie unterscheidet sich Rürup von Riester?

Riester funktioniert über direkte Zulagen und richtet sich hauptsächlich an Arbeitnehmer mit Kindern. Rürup funktioniert über den Steuerabzug und ist für Selbstständige ohne Kinderzulage meist besser geeignet. Für Vergleiche nutze unseren Riester-Renten-Rechner.