Ein einziger schwerer Unfall — Sturz vom Fahrrad, Treppensturz, Verkehrsunfall — kann zu dauerhafter Invalidität führen. Die gesetzliche Unfallversicherung deckt nur Wege- und Arbeitsunfälle. Für Freizeit, Haushalt und Hobby brauchst du eine private Unfallversicherung. Unser Unfallversicherung-Rechner berechnet Beitrag und Invaliditätssumme in Sekunden.
Wie der Beitrag zustande kommt
Vier Faktoren bestimmen den Jahresbeitrag:
- Berufsgruppe — Büroarbeit (Gruppe A) ist günstig, Handwerk und körperliche Arbeit (Gruppe B) kostet 60–100 % mehr.
- Grundsumme — die Basis für die Invaliditätsleistung. Höher = höherer Beitrag.
- Progression — 225 %, 350 % oder 500 %. Mehr Progression = höhere Maximalleistung = höherer Beitrag.
- Alter — ab 45 Jahren steigt der Beitrag deutlich, ab 60 Jahren stark.
Grundsumme richtig wählen
Faustregel: 4–6 × Bruttojahreseinkommen, mindestens 100.000 €. Bei einem Jahresbrutto von 50.000 € sind das 200.000–300.000 € Grundsumme. Wer Familie oder Eigenheim absichern will, sollte am oberen Rand wählen.
Progression: 225 %, 350 % oder 500 %?
Progression heißt: Bei hohem Invaliditätsgrad zahlt der Versicherer überproportional mehr. Beispiel mit 100.000 € Grundsumme und Vollinvalidität (100 %):
- Ohne Progression (100 %): 100.000 € Auszahlung
- 225 % (Standard): 225.000 € Auszahlung
- 350 % (empfohlen): 350.000 € Auszahlung
- 500 % (maximaler Schutz): 500.000 € Auszahlung
Wichtig: Bei niedrigen Invaliditätsgraden greift die Progression noch nicht. Erst ab ca. 25 % Invalidität steigt die Leistung überproportional.
Berufsgruppen: A vs. B
Versicherer teilen Berufe nach Unfallrisiko ein:
- Gruppe A — kaufmännische und Verwaltungstätigkeiten, Lehrer, IT, Ärzte, Juristen, Studierende ohne körperlich riskante Nebenjobs
- Gruppe B — Bauhandwerk, Industrie, Pflege, Gastronomie, Polizei, Feuerwehr, Berufe mit Maschinen oder Höhenarbeit
Wichtig: Das tatsächliche Hobby wird bei Vertragsabschluss erfragt. Klettern, Motorsport, Fallschirmspringen können Aufschläge verursachen oder bestimmte Risiken ausschließen.
Krankenhaustagegeld — sinnvoll für wen?
Krankenhaustagegeld zahlt für jeden stationären Tag im Krankenhaus einen festen Betrag (z.B. 50 €/Tag). Das deckt Zuzahlungen, Verdienstausfall bei Selbstständigen und Mehrkosten. Faustregel: 1 €/Tag KHT kostet ca. 4 €/Jahr Zusatzbeitrag.
Rechenbeispiel: 35-jähriger Büroangestellter
- Grundsumme: 200.000 €
- Progression: 350 %
- Krankenhaustagegeld: 0 €
- Jahresbeitrag: ca. 175 € (≈ 14,60 €/Monat)
- Maximale Leistung bei 100 % Invalidität: 200.000 × 350 % = 700.000 €
Wann lohnt sich der Abschluss?
- Du übst Hobbys mit Verletzungsrisiko aus (Sport, Reisen, Heimwerken).
- Du bist selbstständig oder Hauptverdiener mit Familie.
- Du willst Berufsunfähigkeit gezielt durch Unfälle ergänzend zur BU absichern.
- Du bist jung — der Einstiegsbeitrag bleibt günstig.
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Häufige Fragen (FAQ)
Was kostet eine Unfallversicherung pro Jahr?
Für 100.000 € Grundsumme mit 350 % Progression: 35-jährige Büroangestellte ca. 90 €/Jahr, Handwerker ca. 165 €/Jahr. Mit 60 Jahren bis zu 70 % mehr.
Welche Progression ist die beste?
350 % ist ein guter Kompromiss aus Beitrag und Leistung. 500 % rechnet sich nur, wenn der Mehrbeitrag im Verhältnis zur höheren Maximalleistung steht.
Ersetzt die Unfallversicherung die BU?
Nein. Die Berufsunfähigkeitsversicherung deckt auch Krankheit (90 % aller BU-Fälle). Die Unfallversicherung deckt nur Unfälle.
Gilt die Versicherung weltweit?
Ja, in der Regel weltweit und 24/7 — auch im Urlaub, beim Sport und in der Freizeit.
Bekomme ich Geld bei Knochenbruch ohne Folgen?
Nicht aus der Invaliditätsleistung — diese setzt dauerhafte Beeinträchtigung voraus. Manche Tarife bieten Sofortleistungen bei bestimmten Verletzungen oder Knochenbruchgeld.